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Telematik: Wer zu hart bremst oder faul ist, verliert!

Telematik ist ein Begriff für einen Bereich der IT, bei dem es sich um die Verknüpfung von Telekommunikation und Informatik handelt. Zu den Kernbereichen gehören das Internet sowie Telefon- und Mobilfunknetze, deren Verknüpfung, Erfassung und automatisierte Auswertung der gesammelten Informationen. Mit jeder neu entwickelten Anwendung oder App, die wir auf dem PC oder Handy, im Auto oder sogar per Armband an Körper nutzen, geben wir fast unmerklich Stück für Stück unsere Selbstbestimmung und Freiheit auf.

 Wer die Datensammelwut des Staates und der Geheimdienste als Einschränkung seines Rechtes zur informationellen Selbstbestimmung ablehnt, sollte seinen Blick für die heimlichen oder gewollten Datensammler und „Nach-Hause-Telefonierer“ schärfen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ist hier ein riesiger Wirtschaftszweig mit eigenem Studiengang und großzügiger Förderung durch die Regierung entstanden. Die Firmen entwickeln in rasantem Tempo immer neue Ideen, welche Informationen sich noch sammeln, übermitteln und gewinnbringend auswerten lassen.

 Längst haben wir akzeptiert, dass Firmen im Internet Daten über unser Komsum- und Surfverhalten erheben, viele Nutzer empfinden es als angenehm, wenn der Browser ohne langes Suchen Ergebnisse und Werbung anzeigt, die ihren Geschmack treffen. Mit Hilfe der neuen Telematik-Technologien und Funknetzen, Smartphones, GPS-Empfängern, Blackboxen in Kfz’s und Gimmicks und Gadgets wie dem Armband zur Sammlung von Vitaldaten des Trägers werden wir aber überall und jederzeit fast lückenlos überwacht. Die Kontrolle darüber, was mit diesen Daten geschieht, haben wir längst verloren.

 Die Unternehmen, Versicherer und Krankenkassen wollen uns die Technik schmackhaft machen mit Lockangeboten, vermeintlichen Vorteilen und günstigen Tarifen, wenn, ja wenn, wir die Blackbox in unser Fahrzeug einbauen oder der Krankenkasse per pflichtgemäß getragenem Armband übermitteltn, ob wir heute schon sportlich unterwegs waren oder ob der Kreislauf schon kollabiert ist.

Natürlich alles nur zu unserem Besten, wie die Werbung eines großen Direktversicherers zum (selbstverständlich günstigeren) „Telematik-Tarif“ mit Kontrollbox suggeriert

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 Krankenkassen lassen sich die Fitnessdaten ihrer Mitglieder per Armband übermitteln. Darin ist unter anderem ein digitaler Schrittzähler. Und der verbindet sich mit einer App auf einem Computer oder dem Handy. Ein ganz persönliches Coachingprogramm. Mit der App hat man den genauen Überblick: Wieviel wiegt man, was hat man gegessen und wieviel geschlafen? Der Tracker im Fitnessarmband kann vieles messen. Es gibt sogar eine Waage, die sich mit der App verbindet. Je näher man seinem Tagesziel ist, desto mehr Lämpchen leuchten. Stellt sich die Frage:

Daten für KV?

Was ist, wenn die Werte schlecht sind, erhöht sich dann der Versichertenbeitrag? Jedenfalls bieten einige Kassen das Armband bereits selbst an, bestreiten aber persönliche Konsequenzen für den Träger – allein, mir fehlt der Glaube, genau wie bei der Blackbox im Fahrzeug.
von Peter Wassmann

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