Merke: kostenlos gibt’s nicht umsonst

 Ob 0-Euro Handy, Rabattkarten, Bundle-Angebote, Google oder Facebook, kostenlos oder superbillig im Angebot und scheinbar alles umsonst – ganz klar: Das nutze ich! Kostet ja nichts. Das hippe Handy muss ich haben, und wenn´s dann auch noch das Notebook, oder den Flatscreen mit Internetanschluss dazugibt, fällt es schwer, nein zu sagen. Schließlich wirken Schnäppchen wie Opium auf das Gehirn, das ist erwiesen.

 Sobald dort das körpereigene Dopamin im Körper kreist, ändert sich das Verhalten, die Motivation und die Lernfähigkeit des Betroffenen. Deshalb empfehlen Forscher, bei ersten Anzeichen von Suchtverhalten (denn das wird durch das Dopamin ausgelöst), erst nochmals darüber zu schlafen und sein Verhalten kritisch zu überdenken. Vor allen Dingen aber sollte man sich über die Folgen klar werden, denn es gibt nichts umsonst und gewinnorientierte Konzerne sind keine Wohltätigkeitsveranstaltung.

 Schließlich müssen sie alle Geld verdienen, wenn nicht direkt beim Kauf, dann eben mittelbar. Auch wenn ich kostenlose Angebote im Internet nutze, wie etwa Social Media Dienste, taucht die Frage auf. Wer bezahlt das eigentlich? Natürlich der Nutzer (sprich: ich)! Mit einem kleinen Häkchen an der entscheidenden Stelle akzeptiere ich unwiderruflich die Preisgabe meiner Privatsphäre und die Weitergabe meiner privatesten Daten, Vorlieben und meines Kaufverhaltens an interessierte Dritte. Nicht nur zahlende Unternehmen interessieren sich dafür, was wir so tun und denken, sondern auch die staatlichen Überwachungsterroristen in den Geheimdiensten, weltweit!

 Mit einem kleinen Häkchen an der falschen Stelle haben wir uns unserer Bürgerrechte begeben und eingewilligt, dass jeder ungefragt und ungehemmt unsere Daten für seine Zwecke benutzen darf. Datenschutz war gestern, denn er wurde zu einer Zeit entwickelt, als Datenverarbeitung noch aus wenig bis gar nicht vernetzten Insellösungen bestand. Er passt einfach nicht mehr in die Zeit von Internet und der mobilen, weltweiten Kommunikation.

 Wir alle bewegen uns also in einem quasi rechtsfreien Raum, der von kriminellen und im verborgenen agierenden Elementen für ihre zweifelhaften Zwecke missbraucht werden kann, ohne jemals Rechenschaft darüber ablegen zu müssen. Die Verantwortlichen und ihre Mitwisser halten sich schön bedeckt, man will die Öffentlichkeit nicht „beunruhigen“. Dient ja alles der nationalen Sicherheit und muss deshalb unter Verschluss gehalten werden.

 So lästig es scheinen mag, es hilft, sich mit den Geschäftsbedingungen der Institutionen auseinanderzusetzen, deren „Dienste“ ich in Anspruch nehme. Denn Unwissenheit schützt ja bekanntlich vor den anzunehmenden Konsequenzen nicht, das gilt auch für das Nutzungsverhalten jedes Einzelnen. Man sollte schon wissen, was man tut, bevor man auf „Absenden“ klickt. Zum Beispiel schon mal alle „vorsorglich“ vom Anbieter gesetzten Häkchen überprüft und gegebenenfalls entfernt, mit eigenen Daten knauserig umgeht und die eigenen „Sünden“ nicht öffentlich ausstellt und gar noch mit peinlichem Bildmaterial unterfüttert. Das hatte in einigen Fällen sogar schon Konsequenzen für die berufliche Karriere.

 Es lohnt sich also, kostenlos nochmal nachzurechnen und wenigstens erst mal darüber nachzudenken. Hinterher zu maulen oder sich auf den Datensammler Nummer 1, den Staat zu verlassen, ist zumindest grob fahrlässig und vor allen Dingen nutzlos. Auch die schönsten Gesetze lassen sich umgehen, brechen oder ignorieren, davon muss man ausgehen und sich besser umsichtig verhalten. Auch Bürgerrechte gelten nur so lange im vollem Umfang, bis sich der Staat entschließt, sie insgeheim und ohne Wissen der Bürger in seinem Sinne auszulegen oder einzuschränken. Für die Staatsräson, für den Machterhalt geopfert.

wie erwartet: PRISM ist gut lt. Herrn Friedrich (nach USA-Besuch im ZDF)

Das wichtigste bleibt, sich nicht das Hirn vernebeln zu lassen und gegenüber den Verlockungen der schönen, neuen Welt des Konsums und Internets kritisch zu bleiben, Die möglichen Konsequenzen unbedachten Umgangs damit haben zu viele schon am eigenen Leib erfahren müssen. Schützen, soweit möglich, können wir uns nur selbst.

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