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USA profitieren von der Eurokrise

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Die USA haben die größte Krise weltweit seit den 30er Jahren verursacht. Amerikanische Banken durften ohne Sicherheiten Kredite ausgeben, um damit den Hausbau für Leute zu finanzieren, die diese Schulden wohl niemals würden zurückzahlen können. Das war allen klar, aber es kurbelte die Wirtschaft an und viele amerikanische Firmen, Banken und Handwerker verdienten daran. Ein gigantisches Konjunkturprogramm, kostenlos für die Regierung, aber mit hohem Risiko.

Jetzt standen also die Häuser da, die Kredite platzten und die Bauherren wurden herausgeklagt, zwangsgeräumt, und hatten die Schulden am Hals. Daraufhin bündelten die Banken, allen voran Lehmann Brothers, die wertlosen Kredite zu Papieren, die die Ratingagenturen mit „triple A“ bewerteten, also Bestbewertung. Jetzt galt es, den Schrott schnell loszuwerden, das war mit AAA auch nicht besonders schwer, die europäischen Banken, private wie staatliche, griffen gierig zu, denn man erhoffte sich gigantische Renditen.

Jetzt hatte man in Amerika eine großartige Idee: Man ließ Lehmann Brothers pleite gehen und nahm das Institut damit aus der Haftung, denn es war niemand mehr da, der haften konnte. Die geprellten Banken in Europa wurden daraufhin von ihren Kunden, denen sie die Zertifikate angedreht hatten, in Haftung genommen und verklagt. Sie mussten die Milliardeninvestitionen abschreiben und Entschädigungen an ihre Kunden zahlen.

Aber wohin waren sie gewandert, die Milliarden, irgendwo müssen sie doch sein? In Europa nicht, soviel war klar. Da waren nur die Schulden übriggeblieben, die Hauptursache für schwächelnde Staaten, kränkelnde Banken und eine krisengeplagte Wirtschaft. Die Schulden landeten in den „Bad Banks“, also bei den Steuerzahlern, die mit Arbeitslosigkeit, Armut und tiefen Einschnitten ins Sozialsystem bitter dafür zahlten.

Anders in den USA, denn dort hat man die involvierten Banken vom Markt und damit auch aus der Haftung genommen. Und zwar gründlich, es handelte sich um mehrere Hundert Institute! Wo nichts ist, kann man auch nicht mehr klagen, um wenigstens einen Teil des Geldes zurückzuholen. Und seltsam, die Vereinigten Staaten gibt es noch! Soviel zur Systemrelevanz von Banken. Die Sparguthaben wurden von den Einlagensicherungsfonds übernommen, die Sparer wurden also geschützt. Glaubt man unseren Politikern, ist das eigentlich schlichtweg unmöglich.

Europas Schulden haben also die Immobilien und die amerikanischen Firmen und Handwerker, die sie gebaut haben, finanziert, und natürlich auch die Hersteller und den Handel, die die Ausstattung geliefert haben. Die wurden ja aus den faulen Krediten bezahlt. Klar stehen noch einige leer, aber viele sind schon an Investoren und Besserverdienende verkauft, ein Riesengeschäft für die Makler und natürlich die Banken, die erneut an den Krediten verdienen können. Ein geradezu gigantisches Konjunkturprogramm der Amis auf unsere Kosten.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auch deshalb so niedrig wie seit über vier Jahren nicht mehr. Im April fiel die Arbeitslosenquote von 7,6 auf 7,5 Prozent, immerhin 350.000 neue Arbeitsplätze. Und das bei steigenden Löhnen! Die FED (amerik. Zentralbank) unterstützt das seit Jahren indem sie unbegrenzt billiges Geld in den Markt pumpt, was die Spekulation anheizt und die Börsen weltweit zu neuen historischen Höchstständen treibt. Bis die Blase wieder platzt, und erneut werden im Endeffekt wir, also die Steuerzahler, das alles bezahlen. Denn die Zockerei, geht ungebremst weiter, die Banken und Investoren verdienen bestens an den hochverzinsten Staatspapieren der tief verschuldeten europäischen Länder.

Damit ist eines sicher: der Euro wird gegen den Dollar verlieren. Denn die USA sind zu mächtig, die Europäer zu zerstritten. Briten, Norwegen, Dänen und Niederländer verweigern sich, die Südländer Italien, Spanien, Griechenland stehen am Abgrund und sogar Frankreich wackelt schon. Ein gefundenes Fressen für die New Yorker und Londoner Börsianer, die gegen den Euro und auf die Pleite ganzer Staaten weiter ungeniert und ungestört wetten können und damit Milliarden verdienen.

Der IWF, in dem die USA den größten Einfluss hat, diktiert die Bedingungen, zu denen europäische Krisenstaaten Kredite bekommen, und was sie dafür zu tun und zu lassen haben, unter anderem wird verlangt, das Bankenwesen zu liberalisieren und das Tafelsilber zu verkaufen. Die auferlegten Strukturanpassungsprogramme sorgen dafür, dass die Konjunktur und die Wirtschaft gnadenlos abgewürgt werden (und alle regen sich über Deutschland auf…). Wohlgemerkt: die Troika besteht aus EU-Kommision, EZB und IWF.

Damit zwingt er die EZB ins Risiko, die die wertlosen Schuldpapiere der Krisenstaaten unbegrenzt aufkauft, um damit den Euro zu stützen. Auch sie pumpt nun weiteres Geld in den Markt, um die Konjunktur anzukurbeln und steuert damit gleichzeitig in einen neuen Börsencrash. Entgegen sämtlicher Verträge, die Staatenfinanzierung verbieten und als Hauptziel der EZB die Stabilität des Euros festschreiben. Aber Goldman-Sachs sitzt mit in der EZB-Spitze und in Spitzenpositionen in der europäischen Politik, da wundert einen nichts mehr.

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