Alternativen zum Euro sind möglich, aber unerwünscht

Es gibt bereits weltweit real existierende Alternativen – oder zumindest: Ergänzungen – zum global operierenden Finanzmonopol der Staaten und Banken, das sich längst jeder demokratischen Kontrolle entzogen hat. Vorgeblich alternativlos und der Globalisierung unterworfen, will man uns zwingen, das als quasi gottgegeben widerstandslos hinzunehmen. Es gibt allerdings auch Versuche, dies zu ändern oder zumindest ausgewogener zu gestalten.

Sehen wir uns mal Bitcoin an. Bitcoin ist eine virtuelle Kunstwährung, die dezentral in einem Computernetz verwaltet wird. Jeder Nutzer, der auf seinem Computer einen Bitcoin-Client betreibt, kann daran teilnehmen und sein Guthaben in die 20 wichtigsten Währungen tauschen. Die einzelnen teilnehmenden Computersysteme kontrollieren sich dabei gegenseitig, um Fälschungen zu verhindern. Außer beim Rücktausch sind daran weder Banken noch die Staaten mit ihren Zentralbanken beteiligt. Die gesamte Geldmenge ist dabei strikt begrenzt (Inflationssicherheit) und ist unabhängig vom traditionellen Finanzsystem.

Eine Alternativwährung, die von Millionen Usern genutzt wird, kann das staatlich kontrollierte Finanzsystem natürlich auf Dauer nicht tolerieren. Nicht in dieser Größenordnung. Also werden die Gerichte bemüht, wie jüngst in den USA, um das System zum Einsturz zu bringen. Gründe finden sich immer. Willige Richter und findige Anwälte lassen Konten beschlagnahmen und die beteiligten Geldübermittlungs-Unternehmen werden mit massiven und sehr teuren Regulierungsvorschriften drangsaliert. Es geht natürlich, wie immer, um Einnahmen und Kontrolle.

Handel, Dienstleistungen und Spenden neben der offiziellen Währung, am Staat und den Banken vorbei, und auch noch sozusagen anonym im Internet, das gefällt den üblichen Verdächtigen gar nicht. Eine Internet-„Regionalwährung“, die noch dazu mit niedrigen Gebühren arbeitet, ist eine äußerst unerwünschte Konkurrenz für das herrschende System. Wo kämen wir denn da hin?

Dabei sind Regionalwährungen heute modern und beispielsweise bei uns weit verbreitet. Außerdem vermindern sie die Abhängigkeit vom Euro und kurbeln die regionale Wirtschaft an. Das Geld bleibt also in der Region, wird von den meisten Geschäften und Unternehmen im Geltungsbereich akzeptiert und verhindert den Kapitalabfluss. Es kann somit auch nicht in Steueroasen landen.

Obwohl das Regio-Geld meist an den Euro gekoppelt ist und auch meist 1:1 umgetauscht werden kann, ist es eigentlich vom Euro unabhängig. Im Falle einer hohen Inflation des Euro könnten die Teilnehmer dies jederzeit ändern, denn es handelt sich um ein äußerst demokratisches Zahlungsmittel. Sozusagen regionales „Fair Trade“. Es bricht außerdem das staatliche Geldmonopol und das Monopol der Zentralbanken zur Herausgabe von Banknoten.. Lass sie doch ihr Drecksgeld weiter drucken, hoffentlich ersticken sie bald daran.

Ein weiterer Vorteil des Regio-Geldes besteht darin, dass es nicht verzinst wird.. Es lohnt also nicht, es zu horten und man kann damit auch nicht spekulieren. Es ist ständig im regionalen Kreislauf, und es stärkt die individuelle Verantwortung für die sozialen, regionalen Strukturen und Netzwerke. Angenehmer Nebeneffekt: es verkürzt drastisch unnötige Transportwege, senkt das Verkehrsaufkommen und entlastet damit die Umwelt. Man fördert die Unternehmen, den Handel und den Handwerker vor Ort.

In Krisenzeiten haben in der Vergangenheit Freigeld, Gutscheine, Marken, Notgeld oder ähnliches das wertlose Monopolgeld ersetzt und so die größte Not lindern helfen. Damit hielten verschiedentlich Städte, Kreise und Regionen wenigsten einen Notkreislauf zur Versorgung der Bürger mit den lebensnotwendigsten Gütern aufrecht. Wenn der Staat (Euro) versagt, und das wird immer wahrscheinlicher, müssen Alternativen her. Dringendst!

Es gibt also sehr wohl Alternativen zum kranken Euro, bei dessen Einführung die Deutsche Bank ihren „Anlegern“ empfohlen hatte, besser in Schweizer Franken zu investieren. Allen anderen schilderten Banken und Politiker die Vorzüge des Euros in den schillerndsten Farben. Volksverdummung in seiner reinsten Form. Man darf annehmen, dass zumindest die Deutsche Bank das besser wusste. Wir wurden wohlweislich nicht gefragt, denn sonst hätte es den Teuro nie gegeben, und unsere Politiker wussten das auch.

Um das mal klarzustellen: Regiogeld ist nicht der Heilsbringer schlechthin, es gibt natürlich Vor- und Nachteile, wie überall. Es hat sich aber seit mehreren Jahren vom Ampertaler über Chiemgauer und Kannwas bis hin zum ZschopauTaler als Ergänzungswährung bestens bewährt. Aber nicht nur bei uns, sondern auch in Österreich, der Schweiz, Ungarn, Brasilien und den USA, um nur einige zu nennen.

Zusammengenommen mindern sie jedoch die völlständige Abhängigkeit vom Euro und seinen vielen Problemen. Auch Nord-Euro (darüber wird fleißig nachgedacht) und Wiedereinführung der DMark (siehe AfD) allein sind nicht der „Bringer“. Je unabhängiger wir vom Finanzmonopol werden, umso besser werden wir (hoffentlich!) den Niedergang des Zwangs-Euros überstehen, falls man uns die Alternativen nicht vorher wieder ungefragt und per Gesetz wegnimmt und unter Strafandrohung verbietet per „demokratischem“ Prozess: Kontrolle – Zwang – Verbot – Überwachung!

Woanders tippt man sich an die Stirn (sinnbildlich) und sagt: „So sind sie halt, die Deutschen …“ (was sie wirklich denken, will ich lieber gar nicht wissen)
von Peter Wassmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.