frackinghell

Fracking in Deutschland- der neue Goldrush

Die Wissenschaftler sind sich einig: Bei dem steigenden Öl- und Gasbedarf der Welt, insbesondere durch aufstrebende Staaten wie China und Indien sowie die wachsende Weltbevölkerung werden die Vorräte, einschließlich Kohle, auch mit Fracking nur unwesentlich länger reichen. Außerdem wird die Umwelt durch die beim Fracking in den Boden gepressten hochgiftigen Chemikalien schwer belastet, insbesondere besteht die Gefahr der Verseuchung des Grundwassers. Denn niemand kann ausschließen, dass die gefährlichen Stoffe in den Bodenschichten verbleiben, in die sie verbracht wurden.

Unstrittig ist, dass die Fracking-Förderung extrem flächenintensiv ist. Der Schiefer muss immer wieder an neuen Stellen „angezapft“ werden. Im Schnitt sind sechs Bohrungen pro Quadratkilometer nötig. Ganzen Landstrichen drohe damit die Zerstörung, sagen Kritiker.

Trotzdem predigt EU-Kommissar Günther Öttinger immer wieder: „Deutschland ist so stark, dass es Gefahr läuft, notwendige Projekte, auch den Ausbau der Infrastruktur, zurückzustellen. Das würde sich im nächsten Jahrzehnt rächen.“ Der Mann, der für Stuttgart 21 verantwortlich ist und in seiner Eigenschaft als EU-Energiekommissar den Ausbau der Kernkraft europaweit vorangetrieben hat, der auch die Energieriesen Eon und RWE verschmelzen wollte. Der Freund der Energiewirtschaft und Autoindustrie verhinderte auch bei der EU-Kommission die Absenkung der Grenzwerte für den Flottenverbrauch auf ein vernünftiges Maß.

Nun kann man sich fragen, warum die Politiker so scharf sind auf das Fracking. Erstens sitzen ihnen die Energieriesen im Nacken und zweitens versprechen sie sich dadurch Einnahmen in Milliardenhöhe. Kein Wunder bei den derzeitigen Energiepreisen. Es geht natürlich ums Geld, da sind die Bedenken der Bürger nebensächlich. In Deutschland finden sich schwer zugängliche Schiefergasvorkommen in verschiedenen Regionen, unter anderem in NRWund Niedersachsen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) lagern dort bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Gas. Damit könnte Deutschland über ein Jahrzehnt seinen Gas-Bedarf decken. Die US-Konzerne stehen schon Schlange, damit wird deutlich, wer da mitverdienen will. Ist Deutschland eigentlich jemals ein souveräner Staat gewesen?

Rösler und Altmaier haben sich bereits darauf geeinigt, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen und dazu auch das Wasserhaushaltsgesetz zu ändern. Merkel äußert veschämt Bedenken, nur um wieder die Verantwortung abwälzen zu können. Entscheiden sollen das andere. Dabei hätte die Bundesregierung einfach den Anfang Februar gefassten Beschluss des Bundesrats übernehmen können. Dieser sah ein Moratorium für Fracking vor, bis die offenen Fragen in Sachen Umweltschutz geklärt sind. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) kritisierte, der Gesetzentwurf sei angeblich getragen von umweltpolitischem Verantwortungsbewusstsein, ziele aber im Kern darauf, den Weg fürs Fracking frei zu machen.

Statt vernünftigerweise Geld für die erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind und Wasser zur Verfügung zu stellen und in den Ausbau der Netze zu investieren, sollen hier wieder die Öl- und Gasmultis gefüttert werden, die damit ihre Machtstellung weiter zementieren und uns Verbrauchern die Kosten diktieren können. Gerade kämpfen viele Bürger in ganz Europa gegen den Verkauf unseres Wassers an die Konzerne, immerhin ein Grundrecht des Menschen. Wenn sie Multis unser Wasser nicht kaufen können, verseuchen sie es eben. In Amerika können sie gebietsweise das Wasser, das aus dem Hahn kommt, anzünden, und es brennt lichterloh. Dort spricht man bereits von der „Fracking Hell“.

Das Wasser, das dann noch trinkbar ist, werden sie uns teuer flaschenweise verkaufen. Ein doppeltes Geschäft, denn knappe Güter lassen sich besonders gewinnbringend absetzern. Und wenn es ganz hart kommt, kann man ja noch die Schadstoffgrenzen heraufsetzen. Siehe Tschernobyl und Fukushima (Info). Es soll bereits Länder geben …

4.6.2013: Aus Angst vor dem Wähler wurden die Pläne der CDU erst mal auf Eis gelegt, die FDP hat Angst um ihre „Restwähler“, aber das Thema wird wiederkommen – nach der Wahl!

1.2.2014: EU-Kommission macht den Weg frei für Fracking, statt gesetzlicher Vorgaben gibt es nur unverbindliche Minestanforderungn für Umwelt- und Gesundheitsschutz.  Damit bleibt die Kommission weit hinter Forderungen von Umweltverbänden und Europa-Abgeordneten zurück, die strikte EU-Regeln für die Schiefergasförderung gefordert hatten. Polen und insbesondere GB wollen Fracking nutzen, ohne von Brüssel reglementiert zu werden, wie David Cameron in einem Brief an Barroso erklärt hat. Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) wiederum hat sich – wen wundert’s –  für einen offenen Umgang mit der neuen Technik ausgesprochen. Die EU-Kommission hintertreibt damit konsequent die europäische Energiewende und setzt auf fossile Brennstoffe und Atomkraft. Da wird Herr Gabriel noch viel Spaß mit haben, vorausgesetzt, er will überhaupt etwas dagegen unternehmen. Bisher herrscht eher lautes Schweigen im Schatten von Mutti.

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