BND und Bundeswehr rüsten für den Cyberwar

 

weltkugel

Im Moment sind sie wieder sehr aktiv in Internet, Hacker, die Cyberangriffe auf deutsche IP-Adressen starten. Und sehr oft führen die Spuren nach China. Dort stehen die Cyber-Kriminellen unter der Obhut des Militärs und werden staatlich unterstützt. Das ruft jetzt den BND auf den Plan, der den Kampf gegen die Spionageattacken über das Internet verstärken will.

Der Dienst gründet eine neue Abteilung mit bis zu 130 Experten, die derzeit intensiv rekrutiert werden. Den Hackerangriffen auf Bundeseinrichtungen und die deutsche Industrie muss Paroli geboten werden. Nach Angaben des BND-Chefs arbeiten in China bis zu 6.000 Experten unter der Kontrolle des Verteidigungsministeriums daran, Cyberspionage zu betreiben. In Rußland sind die staatlichen Hacker als private Firmen getarnt. Täglich werden von dort mehrere Attacken pro Tag allein auf Bundes- und Regierungsbehörden registriert. Aber auch Indien beteiligt sich, seit dort gut ausgebildete IT-Fachleute verfügbar sind, an diesem Spionagekrieg.

Es ist ein durchaus kriegsähnlicher Zustand erreicht, denn heute ist es möglich, auf diese Weise ganze Länder lahmzulegen. Sämtliche Versorgungs-, Transport- und Kommunikationsnetze moderner Staaten hängen am Internet, weltweit. Estland war 2007 Opfer eines Angriffs aus Computersysteme von Regierung, Parlament und Tageszeitungen. Wer der Angreifer war, weiß man heute noch nicht. Aber die wirtschaftlichen Schäden waren enorm.

Ein Computerwurm ist eine gefährliche Waffe, die etwa durch Störung des Betriebs eines AKW verheerende Folgen haben kann. Dies ist völkerrechtlich einem „bewaffneten Angriff“ vergleichbar. Die USA sehen das zum Beispiel sehr eng: „wer es unternimmt, die Vereinigten Staaten per CNA anzugreifen, muss mit einer sehr konventionellen Antwort rechnen“! Da kann dann sehr schnell aus dem „virtuellen“ Schlachtfeld ein sehr reales werden.

Es ist die dringendste Aufgabe der Vereinten Nationen, das Völker- und Kriegsrecht an die neue Situation des Cyberwars anzupassen, damit es nicht zum Brandbeschleuniger wird, sondern seiner eigentlichen Aufgabe, der Friedensssicherung, dienen kann. Es ist fünf vor zwölf, denn alle spielen mit dem Feuer und niemand bedenkt die Konsequenzen, die der Agressor unter Umständen selbst zu verantworten hat.

Ebenso wichtig ist es natürlich, die eigene IT-Infrastruktur durch geeignete Gegenmaßnahmen zu schützen. Gut, dass Deutschland langsam erkannt hat, dass auch im militärischen Bereich Anstrengungen unternommen werden müssen, um Cyberangriffe abzuwehren und auch offensiv Attacken auf gegnerische Netze zu starten. Die Bundeswehr hat nach Einschätzung der Financial Times zumindest eine „Anfangsbefähigung“ zum Gegenangriff erreicht. Außerdem unterhält sie Kontakte zum Nato-Cyberwar-Verteidigungszentrum in Tallin.

Was ich dabei nicht verstehen kann ist, dass kritische Infrastruktur dermaßen öffentlich zugänglich ans Internet gehängt wurde. Die Sicherheitslücken der heutigen Standardsysteme sind doch hinlänglich bekannt, und es ist einfach unverantwortlich, nur weil es billiger ist, sicherheitsrelevante Anlagen einfach an ein öffentliches Netz anzuschließen. Da lädt man die Kriminellen doch geradezu dazu ein, mit ihren hinterhältigen Attacken ganze Staaten anzugreifen und zumindest ins Chaos zu stürzen. Was das jetzt wieder kostet und wer es bezahlt, dürfte auch hinlänglich bekannt sein. Es gleich richtig zu machen wäre billiger gewesen. Und wir könnten ruhiger schlafen.

 

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