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Gaunerei mit der Riester-Rente

Die Deutschen sind durch die anhaltende Diskussion über die Riester-Rente verunsichert. Jüngere beschäftigen sich seit jeher weniger mit der Altersvorsorge, und für die Älteren besteht aufgrund der politisch gewollten, künstlichen Rentensenkung eine gute Aussicht, im Rentenalter auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Bei der derzeitigen geringen Rente, die einem Arbeitnehmer laut gesetzlicher Rentenversicherung zusteht, sind da private Altersvorsorgen wie zum Beispiel die Riester Rente eine Alternative?

Diese Rente verspricht dem Versicherten, im Rentenalter mehr Geld zur Verfügung zu haben. Doch was taugen solche Versprechen, und wer profitiert davon? Kurzfristig auf jeden Fall der Finanzminister und die Regierung, die so ihren Haushalt sanieren wollen. Ferner die Banken und Versicherungen, die kräftig mitkassieren. Dadurch sind die Renditen äußerst mager. Was bleibt da für die Versicherten noch übrig? Nicht viel, das wird schnell deutlich, wenn man sich die einzelnen „Modalitäten“ mal etwas genauer anschaut.

[accordions] [accordion title=Steuern/Abgaben] Nicht nur bei der Erwerbstätigkeit werden Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag geleistet, sondern auch noch bei der Auszahlung der Riesterrente. Somit findet eine echte Doppelbesteuerung statt. Ähnlich verhält es sich bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Diese fallen zunächst bei der Einzahlung der Riester-Beträge an. Bezieht dann der Rentner seine private Altersvorsorge, so berechnet sich der Beitrag der Krankenversicherung nach dem Gesamteinkommen, in dem auch die Auszahlung der Riester-Rente inbegriffen ist. Da holt sich also der Staat einen guten Teil seiner „Gaben“ wieder zurück.
[/accordion] [accordion title= Anrechnung] Es macht keinen Unterschied für Geringverdiener, ob sie Riester-Sparen oder nicht. Denn die Grundsicherung wird um alle Einkünfte gekürzt. Wessen Rente ca. 800€ nicht übersteigt, der spart für den Staat. Um über die Grundsicherung hiauskommen will, muß man also mehr als 300€ als Riester-Rente bekommen.
[/accordion] [accordion title= Ausland] Wer also plant, seinen Ruhesitz ins Ausland zu verlegen, der muß die gesamte staatlichen Förderanteil inklusive Steuervorteilen zurückzahlen. Solange wird die Auszahlung gekürzt. Zusätzliche Steuern im Gastland auf das verbliebene Einkommen sind ebenfaqlls möglich. Selbst Auslandaufhalte während der Einzahlungsphase wirken sich negativ auf die Steuervorteile aus, die sind solange gestrichen.
[/accordion] [accordion title= Kündigung] Es gibt je nach Abschluß höchstens bis zu 30% des Sparguthabens, den Rest ab dem 60./62. Jahr in monatlichen Raten. Wer vorher kündigt, zahlt drauf, ähnlich wie bei einer Lebensversicherung. Außerdem fordert der Staat sämtliche Förderungen zurück. Das gilt auch für die Steuervorteile. Besser: Vertrag ruhen lassen – dann gibt es zwar für diese Zeit keine Förderung, aber man hat die Möglichkeit, später weiter einzuzahlen. Auch ein Wechsel bedeutet Extra-Kosten von mehreren hundert €uro.
[/accordion] [accordion title= Geringverdiener] Wer immer wenig verdient hat und trotzdem privat vorsorgt, hat gar nichts vom Riestern. Während Gutverdienende die volle Förderung erhalten, müssen Geringverdiener sogar mindestens 60€ im Jahr zuzahlen. Verdient haben daran hauptsächlich die Banken und Versicherungen. Die Renditen für Sparer sind so gering, daß man sehr jung sein muß und über sein gesamtes Arbeitsleben einzahlt, damit man etwas vom Riestern hat.
[/accordion] [/accordions] Gerade Menschen mit einem geringen Einkommen geben verstärkt an, ihr Geld lieber auszugeben, als für eine ungewisse Zukunft zu sparen. Verständlich, wenn man bedenkt, wer hier alles mit Geld gefüttert wird, und was der Sparer dann davon noch hat. Wenig bis gar nichts. Leider.

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