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Was uns der Euro wirklich kostet

Das Märchen vom „guten“ Euro kennen wir. Er kurbelt unseren Export an, Güter wurden „gar nicht teurer“ seit der D-Mark-Umstellung, er bietet einen festen Wechselkus etc. pp. Die Wahrheit sieht anders aus. Denn für die segensreichen Wirkungen des Euro wäre eine gemeinsame Finanzpolitik aller Euro-Staaten zwingend erforderlich. Die aber wird es NIE geben. Jeder macht, was er will.

Die EU ist viel zu schnell gewachsen, jeder schützt vorrangig die eigenen Interessen. Alle wollten dabeisein, koste es was es wolle. Die Beitrittskriterien wurden solange verbogen, bis sie passten. Es wurde getäuscht, betrogen, selbst mit illegalen Mitteln gearbeitet, denn man wollte unbedingt an die Fördertöpfe, aus denen die EU reichlich Subventionen kredenzt. Falsche Bilanzen, nicht eingehaltene Schuldengrenzen – um an zinsgünstige Kredite zu kommen, waren viele zu allen Schandtaten bereit.

Mit dem Geldregen aus Brüssel ging jedes Maß verloren, das Geld muß ja irgendwie raus. Die Banken ersoffen förmlich darin. Jedes noch so windige Angebot war recht, Hauptsache, es versprach hohen Gewinn, es sollte arbeiten und die Banken reich machen. 25% und mehr Rendite ließen das Risiko gern vergessen. Kredite wurden an Kunden vergeben, die die meisten niemals würden zurückzahlen können. Bis die Blase platzte; plötzlich war das Geld weg. Nein – nicht weg, es war nur in andere Taschen gewandert, die der Spekulanten, Banken und Versicherungen.

Das sind die eigentlichen Krisengewinnler, denn die Zinsen stiegen auf ungeahnte Höhen, Verluste wurden an die Staaten und damit auf den Steuerzahler, den kleinen Mann, abgewälzt. Allein die bisherigen Summen aus dem Rettungsschirm können einem Angst machen:

  • irische Banken, 85 Mrd. €uro
  • griechische Banken, 130 Mrd. €uro
  • portugiesische Banken 78 Mrd. €uro
  • spanische Banken 100 Mrd. €uro
  • zypriotische Banken 10 Mrd. €uro

Glaubt noch jemand, daß wir das Geld jemals wiedersehen? Und es ist noch lange nicht überstanden, die neuesten Kandidaten sind Italien und sogar Frankreich wackelt schon. Deutschland haftet dafür allein

  •  mit 500 Mrd. €uro aus dem ESM und
  • mit weiteren 300 Mrd. €uro

in„Bad Banks“, in denen deutsche Banken ihr Risiko verbuddelten. Die Staatsbanken mischten kräftig mit, viele Politiker sitzen dort in den Aufsichträten und „wußten von nichts“. Das Ende vom Lied:

  • NRW unterstützt West-LB mit 100 Mio. €uro, Bank zahlt trotzdem 10 Mio. €uro Boni
  • Bayern-LB bekommt 25 Mrd. €uro von Land und Soffin
  • Bayern Hypo Alpe-Adria Desaster
  • LBBW 12,7 Mrd. €uro Rettungsschirm
  • Sachsen LB verbrennt 500 Mio. Steuergelder
  • HSH 13 Mrd. Risikoschirm

Das ist beileibe nicht alles, aber ich denke, es reicht! Das ist das, was uns der Euro wirklich gebracht hat. Kriselnde, verschuldete Staaten, (angeblich) bankrotte Banken und Absatzmärkte, die unter der Last der Krise ächzen. Stellenabbau, Arbeitslosigkeit, Löhne, die zum Leben zuwenig und zum Sterben zuviel sind. Politiker ohne Konzept verlieren sich in diffusem Geschwätz. Ist Handeln angesagt, gehen sie schnell in Deckung. Man darf dem Wähler auf keinen Fall die Wahrheit sagen; lieber abwarten und die Zukunft der Kinder und Jugend verbraten, die irgendwann für die Schulden werden aufkommen müssen. Mit Zins und Zinseszins. Jesus hat sie damals nicht umsonst aus dem Tempel geworfen, die Geldverleiher. Er wußte, warum.
von Peter Wassmann

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