Mindestlohn Zitate

Die Festlegung einer Lohnuntergrenze sei „ordnungspolitisch nicht vertretbar, damit können wir nicht leben“, sagte der Vorsitzende der Unions-Mittelstandsvereinigung, Hans Michelbach (CSU), dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ein branchenübergreifender Mindestlohn widerspreche „den Prinzipien der Marktwirtschaft“, für die die Union stehe.
(aus Berliner Morgenpost 31.10.11)

Mindestlöhne (Auszug) derzeit:

  • Zeitarbeit (Ost) 7,50 (West) 8,19
  • Wäschereien (Ost) 7,00 (West) 8.00
  • Sicherheitsbranche (Ost) 7,50
  • Verdi zu Friseuren (Ost): „Berufseinsteiger verdienen nach der Ausbildung in Brandenburg 3,05 Euro in der Stunde plus Umsatzbeteiligung.“ Abbrecher ohne abgeschlossene Ausbildung liegen noch darunter: 2,75 Euro.
  • Einige Schlachthöfe beschäftigen Werkvertragsarbeiter, die ihren Lohn von einem rumänischen Subunternehmer erhalten. Der zahlt weniger als fünf Euro die Stunde.

(Quelle: tagesschau.de, Verdi)

 Billiger Schlachten

Einem Bericht des Tagesspiegels zufolge erreiche in Deutschland die Fleischproduktion neue Rekorde, weil die Löhne der Schlachtbranche immer weiter sinken würden. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) seien auf immer mehr Schlachthöfen nur noch 20 Prozent der Beschäftigten regulär angestellt. „Die Schlachtung in Deutschland lohnt sich für ausländische Bauern, weil in der Branche mit Billiglöhnen gearbeitet wird und weil zunehmend Arbeiter mit Werkverträgen aus Osteuropa ins Land geholt werden“, so die Zeitung. Wie viele Arbeitnehmer mit Werkvertrag in deutschen Schlachthöfen arbeiten, sei nicht bekannt: hierzulande würden sie in keiner Statistik erfasst. Diese Werkverträge drückten aber das Lohnniveau, weshalb sich die NGG für einen verbindlichen Mindestlohn in der Schlachtbranche einsetze.
Der Tagesspiegel online, 17. November 2010

 Unternehmer: Niedriglöhne besser als Arbeitslosigkeit

Die Bild-Zeitung meldet, die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) sehe „den wachsenden Niedriglohnsektor in Hessen nicht als Problem an„. VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender habe sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen und erklärt, Niedriglöhne seien besser als Arbeitslosigkeit.
Bild online, 15. November 2010

Belgien beklagt deutsche Niedriglohn-Schlachthöfe

Die belgische Regierung beschuldigt Deutschland, mit Billiglöhnen die Schlachthöfe Belgiens in den Konkurs zu treiben. Wirtschaftsminister Johan Vande Lanotte sagte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga vom Dienstag, in Deutschlands Schlachthöfen würden zum Teil nur sehr geringe Löhne gezahlt: „Diese Praktiken sind inakzeptabel.“ Gemeinsam mit Arbeitsministerin Monica De Coninck werde er sich offiziell bei der EU-Kommission über die unfaire Konkurrenz deutscher Schlachthöfe beschweren. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die Behörde fordere nach wie vor alle Mitgliedstaaten auf, Mindestlöhne einzuführen, die für sämtliche Wirtschaftsbereiche gelten.
Focus Online, 19.3.2013


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