Ilse’s HorrorMarkt

Heute: auch „Sonderangebote für Hartz IV“
Politiker wollen Pferde-Lasagne an die Armen verfüttern, ist doch besser als wegschmeißen. (Niebel FDP, Fischer CDU)

Lebensmittel frisch eingetroffen

Mykotoxine oder ihre Metaboliten (Zwischenprodukte) über Milch, Fleisch oder Eier in die Nahrungsmittel gelangen wenn Nutztiere mykotoxinhaltiges Futter fressen. Dieser Prozess wird auch als „carry over“ bezeichnet. Mit Ausnahme von Aflatoxin M1, dass als Aflatoxin B1-Metabolit in die Milch gelangt, erfolgt die Aufnahme der hier relevanten Mykotoxine jedoch größtenteils mit dem Verzehr pflanzlicher Lebensmittel:

  • Aflatoxine: Erdnüsse, Schalenfrüchte, Trockenfrüchte, Getreide, Gewürze
  • Ochratoxin A: Getreide, Trockenfrüchte, Kaffee, Wein, Bier, Traubensaft, Kakao, Gewürze, Süßholz
  • Patulin: Früchte
  • Fusarientoxine: Getreide
  • Ergotalkaloide: Getreide

Da war wohl das Futter wieder besonders günstig! Uns Verbrauchern wirft man Geiz vor, aber die Erzeuger, Hersteller und Verarbeiter sind weitaus schlimmer. Von 6457 Höfen war im Agrarministerium in Niedersachsen zwischenzeitlich die Rede, wegen Doppelzählungen wurde die Zahl dann wieder auf 4467 reduziert. Das Mischfutter mit serbischem Mais (angeblich war es dort zu warm) ist noch in 6 weiteren Bundesländern aufgetaucht, auch in den Niederlanden.

Mykotoxine können nerven-, nieren-, leber-, und herzschädigend sowie krebsauslösend wirken. Besonders der Kaffeegenuß wird einem vergällt, wie jeder weiß, entstehen bei der Röstung noch zusätzliche Gifte, egal, welcher Kaffee in der Tasse landet.

In Nordrhein-Westfalen waren es 27 Fälle, gefolgt von Hessen (13), Baden-Württemberg (8) und Bayern (8). Weitere betroffene Länder sind Mecklenburg-Vorpommern (5), Brandenburg (4) und Hamburg (2). Die Tests der Länderbehörden gehen weiter.

Fertigprodukte mit Mehrwert

Wer’s immer noch nicht weiß, Saftzubereitungen, Fruchtjoghurt und Früchtetees können Spuren von Obst enthalten, weiß der Verbraucherschutz. Käse auf der Pizza ist rein natürlich, nur daß er nie ’ne Kuh gesehen hat. Es wird geschummelt, verschleiert und getrickst, was das Zeug hält. Manchmal möchte man fast meinen, man will uns betrügen. Haben sie letztens Produkte aus der Region gekauft? Vergessen Sie’s! Sie suchen immer noch Huhn in der Hühnersuppe? Verrückt Vor kurzem habe ich tatsächlich noch jemand getroffen, der sich über Mogelpackungen aufregt. Von welchem Stern ist der denn?

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer hat angeregt, aus den Läden genommene Produkte wie Lasagne mit undeklarierten Pferdefleisch-Anteilen nicht voreilig zu vernichten. Er schlug vor, die Produkte, die nicht gesundheitsgefährdend seien, korrekt zu deklarieren und Hilfsorganisationen zur Verfügung zu stellen. Halloho, geht’s noch! Am besten, gleich an Hartz IV verfüttern, das wird dann vom Satz abgezogen.

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) unterstützte diesen Vorschlag: „Über 800 Millionen Menschen weltweit hungern. Und auch in Deutschland gibt es leider Menschen, bei denen es finanziell eng ist, selbst für Lebensmittel. Ich finde, da können wir hier in Deutschland nicht gute Nahrungsmittel einfach wegwerfen“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Samstag). Wie denn, Herr Niebel, Armut bei uns gibt’s nicht. Basta.

Bio heute im Angebot

Daß Bio nicht immer Bio ist, weiß ich nicht erst seit falsch etikettierten Eiern. Allein die Mengen an Bio, die verkauft werden, beweisen das doch. Erst in der vergangenen Woche wurden in Italien Tonnen von gefälschten Biolebensmitteln entdeckt. Jetzt kam heraus: Einige der Waren wurden in Deutschland verkauft.

Und auch in manchen Bio-Ställen geht es schlimm zu, weil dort keine Chemie eingesetzt werden darf, die Kehrseite der Medaille. Deshalb muß der Landwirt besonders umsichtig handeln. Aber manche sind eben einfach zu faul. Wer’s nicht glaubt, kann bei den Tierschützern nachsehen.

Aber wenigstens sind auf den Salaten und dem Obst weniger Pestizide.

Ilse’s Spezialitäten

Neuester Gag von Ilse: sie verkauft uns lebensmittelklarheit.de als ihre Webseite. Ich habe ins Impressum geschaut: Bundesverband der Verbraucherzentralen. Damit ist sie aus der Haftung. Ich finde das rückgratlos und feige, genau wie bei der „Ampel“ und Abschieben der Verantwortung auf die Länder. Notfalls muß „die EU das machen“. Da hilft auch die Förderung des Portals nicht mehr.

Und demnächst, lieber Kunde, erwarten Sie weiter Überraschungen aus unserem Hause. Bis demnächst, Ihr Ilse’s HorrorMarkt.
von Peter Wassmann

Artikelbild von Hugues CREPIN, Titel Lasagne_mensa, Lizenz CC-BY-SA-3.0, Wikimedia commons
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