Widerstand

Geld und Macht: eine unheilige Allianz

„Demokraten regieren so lange, bis das Volk ruft: „So geht es nicht weiter!“ – Dann schlägt die Stunde der Diktatoren“ – A. Tenzer

Börsen

Die Hauptverursacher der gegenwärtigen Krise sind die USA und ihr britischer Satellit in Europa. Der angelsächsische Raubtierkapitalismus, kriminelle Geschäfte mit Schrottpapieren, Rating-Agenturen, alles Auswüchse einer neoliberalen, rein gewinnorientierten Gesinnung. Quartalszahlen-Terror verursacht dann den Kostendruck, der zu Arbeitslosigkeit und schließlich zu Millionen in Hartz IV führt.

Die Briten verhindern nicht umsonst die Transaktionssteuer und halten sich fein aus dem Euro raus. Wer selbst fast nichts mehr produziert, der finanziert sich eben durch Spekulation. Spekulation gegen den Euro, Nahrungsmittel, Rohstoffe und gegen ganze Staaten. Wenn der Euro kaputtgeht, gewinnt das Pfund. Und die Gewinne der Banken finanzieren den Staat.

 Banken

Es waren amerikanische Banken, die ihre Kreditausfälle in Milliardenhöhe zu Papieren gebündelt haben. Die Schrottpapiere landen dann bei den Banken weltweit, auch den europäischen und deutschen, und haben die Bankenkrise erst verursacht. Inwieweit die Politik und die Ratingagenturen mitgespielt haben, darüber läßt sich trefflich spekulieren.

Geld verdienen läßt sich ja auch mit steigenden Nahrungsmittelpreisen in Ägyten, Kursverluste bei den Aktien oder Kurssteigerung durch Entlassungen bei den Firmen. Mit Realwirtschaft hat das nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, man bereichert sich an der Not der Anderen. Neoliberalismus in Reinkultur. Arbeiten ist was für Dummies. Habenichtse.

Banken finanzieren schon lange nicht mehr innovative Unternehmen. Sie verdienen lieber mit, wenn es Häuslebauern, Unternehmen oder Staaten schlecht geht. Dann steigen die Zinsen und was sich nicht mehr rentiert, wird zerschlagen, enteignet und verkauft. Risiken werden auf den Steuerzahler abgewälzt, das ist systemrelevant. Nicht die Banken. Die USA haben 460 Banken bankrottgehen lassen, die Einlagen der kleinen Sparer wurden vom Sicherungsfond übernommen. Hierzulande wird lieber der Popanz aufgebaut, man müsse die Banken schützen, sonst bricht alles zusammen.

 Politik

Die Banken und die Subventionsjäger aus der Wirtschaft sind die größten Empfänger leistungslosen Einkommens, nicht die Ausgegrenzten der Gesellschaft. Die haben keine Lobby. Die Konzerne schon. Die Marionetten auf der Berliner Bühne sind fein ferngesteuert von den Interessen der Finanzwirtschaft. Egal, wer gerade Regierung spielen darf. Die Verknüpfungen von Geld und Macht sind einfach zu eng.

Die Geldspenden für den Wahlkampf sichern den Machterhalt, denn dann kann man dem blöden Mob schnell noch ein bißchen vorlügen, was man alles nach der Wahl an Wohltätigkeit verschenken würde. Eventuell. Vielleicht auch nicht. Nein, nein, die Mehrwerteuer wird nicht erhöht! Die Steuern werden wir senken! Leider wissen wir nicht, wie wir das gegenfinanzieren sollen. Aber das erzählen wir euch erst nach der Wahl.

Schnell noch ein paar gewinnbringende Pöstchen für Parteifreunde anlegen, und wenn ihr genug von uns habt, gehen wir in die Wirtschaft. Unter Freunden hilft man sich selbstverständlich. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

 Konzerne

Wer zahlt, schafft an. So einfach ist das. Was kümmert uns Politik oder Personal. Ein notwendiges Übel, mehr nicht. Hauptsächlich ihre verantwortungslosen Manager stopfen sich die Taschen voll und nehmen die Firmen aus. Vom Staat kassieren sie Milliarden an Subventionen, aber ihre Gewinne bringen sie gern woanders in Sicherheit. In den Steueroasen. Völlig legal.

Sie dürfen Löhne drücken, Arbeitnehmer in Leiharbeit schicken, Tarife aushebeln, Bedingungen diktieren. Völlig legal. Schließlich haben sie an den Gesetzen mitgeschrieben; ihre Lobbyisten sitzen auch in den Ministerien.

 Fazit

Eigentlich müßte ich jetzt was über UNS schreiben. Die Bürger, ihre Gewerkschaften, die, die Arbeit haben und die Arbeitslosen, die Alten und Jungen, die Reichen und die Armen, die Gesunden und die Kranken. Aber wer davon hat schon Geld oder Macht? Außer den Reichen natürlich. Die haben genug damit zu tun, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Vor der sozialen Verantwortung, die im Grundgesetz verankert ist. Ihr habt kein Brot? Dann esst doch Kuchen.

Alle lassen sich vortrefflich gegeneinander ausspielen. Nicht wir, die Machthaber sind schuld, sondern die und die, die oder die. Hass und Neid unter dem Volk schüren, Schuld sind immer die anderen. Ein probates Mittel zum Erhalt der Macht. Und leider funktioniert es. Darüber sollten wir nachdenken. Und etwas tun. Irgendetwas. Aber was?
von Peter Wassmann

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