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Das Geheimnis des knappen Gutes

Die Mär vom vollkommenen Markt, der alles selber regelt. Oder: warum der Staat in vielen Fällen künstliche Knappheit schafft.


Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie jetzt schon wieder im Stau stehen? Nun, der Staat sorgt dafür, daß infolge der „Übernutzung“ aufgrund verordneter Verknappung,  die Bereitschaft entsteht, höhere Abgaben hinzunehmen. Jeder ärgert sich über die Lkw-Schlangen, die die BAB verstopfen. Folge: Lkw-Maut, hohe Mineralölsteuer (die alle zahlen), zwar murrend, „aber es muß halt sein“. Aber wievel von den Einnahmen fließen wirklich in die Erhaltung der Infrastruktur? Marode Straßen, Kaputte Brücken, die demnächst einstürzen werden, Schlagloch an Schlagloch.

Die Kfz-Steuer, Maut und andere Einnahmen werden mißbraucht, um Haushaltslöcher zu stopfen. Schäuble nimmt’s gern. Den Ländern wurden im Rahmen der „Föderalismusreform“ gleich auch die alleinige Verantwortung der kommunalen Infrastruktur übertragen unter gleichzeitiger Kürzung der Mittel. Die haben aber, wie man hört, ebenfalls kein Geld. Folge: marode Schulen, kein sozialer Wohnungsbau, im Gegenteil, große Bestände wurden, auch in der Verantwortung des Bundes, an Heuschrecken verkauft. Wir dürfen uns freuen über unbezahlbare Mieten in Ballungsräumen. Knapper Wohnraum ist eben teuer. Soviel zum Markt.

Die Mär von der Vollbeschäftigung geistert noch immer durch’s Land. Aber ICH SAGE EUCH: Vollbeschäftigung wird es NIE mehr geben. Industrieroboter, Rationalisierung, Arbeitsdruck haben dafür gesorgt, daß Arbeit knapp wird. Du willst arbeiten? Aber zu unseren Bedingungen. Draußen warten schon Millionen andere. Leih- und Zeitarbeit, Verlust von Arbeitnehmerrechten – sei froh, wenn Du überhaupt noch arbeiten „darfst“. Alles ist besser als Hartz IV.

Doch wieder zurück zum Staat. Der Zugang zur Universität für Arbeiterkinder? Da sei die Studiengebühr vor. Notfalls der Numerus Clausus. Genauso im Gesundheitswesen. Tausende wurden aus der gesetzlichen KV gekickt. Stehen da ohne Versicherung und haben Angst, krank zu werden. Für die anderen, die nicht privat versichert sind,  gilt: Fallpauschale, Warteliste, Arzneimittelkontingent. Beschränkungen, wohin man blickt. Wenn jemand ohne Konkurrenz die Bedingungen diktiert, wohlgemerkt: diktiert, nennt man das im allgemeinen Monopolismus. Und um die durchzusetzen, muß man eben „hinter verschlossenen Türen“ die demokratische Kontrolle möglichst ausschalten.

Beim Rettungsschirm hat das BVG seine Meinung dazu kundgetan. Das meinte auch die UNO in ihrem Bericht, daß die Bundesregierung allen Bürger ermöglichen muß, ihre demokratischen Rechte auch wahrzunehmen. Das kann man aber nur, wenn man auch weiß was vorgeht. Deshalb wird gelogen, gefälscht, verschleiert und verheimlicht, was geht. Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe. Und nichts, Frau Merkel, aber auch gar nichts, ist „alternativlos“.

Doch das allerknappste der künstlich verknappten Güter ist das Geld. Warum? Angeblich droht sonst Inflation. Geld sei dann nichts mehr wert. Der Popanz ist aufgebaut und tut seine Wirkung. Ich habe nicht das Gefühl, daß die superreichen Milliardäre und Konzerne ärmer werden, weil sie über viel Geld verfügen. Oder der Staat, der die Billionen grad so rauspfeffert. Aber der Bürger und Arbeitnehmer, der die Milliarden mit seiner Arbeit liefert, dem muß man das erzählen. Nur dann ist er bereit, jede Anstrengung zu unternehmen, wenig Geld als Gegenwert für seine erbrachte Leistung hinzunehmen. Kappes.

Henry Ford hat gesagt: „Wenn die Menschen wüßten, wie Geld wirklich funktioniert, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution“. Dämmert’s? Spielen Sie weiter Lotto. Lächerlich! Sie werden niemals, in Worten: NIEMALS gewinnen. Weder mit ehrlicher Arbeit noch mit Lottospielen. Schauen Sie doch lieber weiter „Wer wird Millionär“. Lassen Sie sich weiter in Pissrinnen-Talkshows die Hucke vollügen. Wir haben es nicht besser verdient, meinen Sie nicht?

„Interessensverbände machen die Politik. Die ziehen die Fäden, an denen politische Hampelmänner hängen, die uns auf der Bühne der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen dürfen. Diese Politfiguren dürfen dann in den öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen Christiansen und Illner ihre Sprechblasen entleeren. Und wenn bei der intellektuellen Notdurft noch was nachtröpfelt, dann können sie sich bei Beckmann und Kerner an der emotionalen Pissrinne unter das Volk mischen.“ (Georg Schramm)
von Peter Wassmann

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