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Bundesbank: Danke, Jens Weidmann!

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Bundesbankchef rettet 6,4 Mrd. € vor der Bankenretter-Mafia. Deutschland haftet bereits für 500 Mrd. €uro, die abzusichern sind.

Schäuble hatte sich schon die Hände gerieben. 1,5 Mrd. wollte er vom Gewinn der Bundesbank abschöpfen. Er hatte den Griechen (meint: Banken) bereits 600 Millionen davon versprochen, deren Finanzierungsbedarf inzwischen eine Lücke von weiteren 32 Mrd. € aufweist.

Die Bundesbank hatte die Koalition gewarnt, ihre Gewinne und die der EZB zu verplanen. Besser sei es, das Geld in die Risikovorsorge zu investieren und Rücklagen zu bilden. Schließlich ist die Euro- (sprich: Banken-) Krise noch nicht vorbei. Noch immer stopfen sich die Großinvestoren die Taschen voll. Die Spekulanten bereichern sich am Elend, das die kriselnden Staaten und deren Bürger mit voller Härte trifft. Wann werden sie endlich in Haftung genommen?

Die EZB unter Mario Draghi, Ex-Vize von Goldman-Sachs International, kauft weiterhin massenhaft risikobelastete Staatsanleihen auf. Sie will die Gewinne aus den Zinsen an diese Staaten zurückgeben, was an sich löblich wäre, wenn sie den Bürgern dort zukommen würden. Das aber darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Als Investment-Banker sollte Draghi wissen, welch große Risiken er und seine Kumpane in der EZB der Bank aufgebürdet haben. Im Ernstfall haften doch wieder nur die kleinen Steuerzahler.

Deren Geduld ist bereits erschöpft, wie die Unruhen in den betroffenen Staaten zeigen. Die Bürger drückt die Last der Schuldenberge, die die Banken aufhäuften. An dieser Lage sind vor allem die Politiker schuld. Arbeitslosigkeit, Verarmung, abwürgen der Wirtschaftskraft – das sind die zwangsläufigen Folgen. Die Jungen laufen inzwischen massenhaft davon, weil sie in ihren Staaten keine Zukunft mehr haben. Wer treibt die Politik zu solchem Handeln, wie weit reicht der Einfluß der Spekulanten noch?

Weidmann fordert Reformen. Die Politik muß sich aus der Umklammerung der Finanzwirtschaft befreien. Doch auch Ratingagenturen (Mitverantwortlich für die desolate Situation), müssen zur Verantwortung gezogen werden. AAA-Rating für Mistpapiere aus den USA, danach Schund-Rating für die Staatsanleihen der Staaten, deren Banken diese „Papiere“ gekauft haben. 460 Banken in den USA hat man dort bankrottgehen lassen, die Einlagen der Sparer wurden aber vom Sicherungsfond ersetzt! Viele US-Staaten stehen vor dem Bankrott, Illinois und sogar Kalifornien sind die neuesten Kandidaten.

Das ist die ungeschönte Wahrheit. Die Krise ist nicht vorbei, die Börsengurus im TV dürfen uns ungestraft verdummen. Die Verkündung schöner Quartalszahlen, DAX vor der magischen 8000er-Grenze, Gewinnmaximierung in den Unternehmen, wie schön, wenn man Geld hat. Der Kurs steigt, 2.000 Arbeitsplätze abgebaut; schließlich ist der Gewinn geschrumpft – nur noch 5,4 Mrd, das ist schlecht, letztes Jahr waren es noch 6,8 Mrd?!? Die Zockerei geht derweilen ungebremst weiter.

Wohin uns das führen wird, Weiß ich nicht. Ich kann es mir aber vorstellen, mit nur ein wenig Phantasie:

Der Tag der Abrechnung rückt näher.
von Peter Wassmann

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